Mittwoch, 29. Juli 2009

Was machen wir eigentlich ohne Kinder?

Was ist Wirtschaftswachstum? Da wird einfach etwas mehr, salopp gesprochen.

Nun gut.

Der Handymarkt in Deutschland wächst beispielsweise nicht mehr. Wie auch, statistisch gesehen haben wir alle bereits zwei Handys. Da wir aber nur zwei Ohren haben, können wir im schlimmsten aller Fälle nur zwei Telefonate gleichzeitig führen – eben mit zwei Handys. Damit der Markt weiter wachsen kann, müsste die Anzahl der Nutzer wachsen. Richtig: Es müssten mehr Menschen in Deutschland leben. Genau das ist aber nicht der Fall.

Wie das Handelsblatt berichtet (http://www.handelsblatt.com/journal/nachrichten/immer-mehr-frauen-ohne-kinder;2438298), werden immer weniger Kinder geboren. Das ist eine Kettenreaktion, denn bereits die potentiellen Mütter der notwendigen „Reproduktion“ gibt es nicht. Sie wurden erst gar nicht geboren.

Für die Wirtschaft, wie sie heute aufgestellt ist, ist das eine Katastrophe. Wo und wie soll die Rendite erwirtschaftet werden, die wir für Wachstum, technische Innovation und RENTEN brauchen?

Freitag, 3. Juli 2009

Wieder eine Klatsche für Immobilien

Immobilien sind gut, weil sie ständig an Wert zulegen und gegen den Verfall des Geldes gefeit sind – so der allgemein verbreitete Aberglaube. Dass dem in keiner Weise so sein muss, beweist erneut ein Beitrag in der FTD. Dort ist die Rede von astronomischen Summen, die auf dem deutschen Immobilienmarkt verbrannt wurden. Dort heißt es: „Angelsächsische Kapitalanleger kauften sich für Milliarden in den deutschen Immobilienmarkt ein - in der Hoffnung auf das große Geschäft. Jetzt stehen sie vor den Trümmern ihres Investments. Vielen Fonds droht die Pleite.“ Merke: Auch eine Top-Villa in Celle wird nicht automatisch immer teurer...

Freitag, 19. Juni 2009

El-Erian und wie er es machen würde...

Zitat des Tages in der FTD vom 10.06.2009

„El-Erian (PIMCO): Wenn ich das Geld langfristig anlege, würde ich ein Drittel in Aktien investieren. Davon sollte nur ein Drittel auf US-Aktien entfallen und der Rest global verteilt sein. Ein weiteres Drittel wäre für inflationsgeschützte Anlagen wie Rohstoffe oder inflationsgeschützte Anleihen bestimmt. Das restliche Drittel entfällt auf Anleihen. Davon würde ich die Hälfte in Staatsanleihen investieren, die andere Hälfte in Unternehmensanleihen in Sektoren, die derzeit ignoriert werden. Dazu zählen etwa der Bereich Landwirtschaft oder grüne Technologien.“

P.S. Sie kennen El-Erian nicht? Taj, das würde ich schnell ändern, es lohnt sich...

Mittwoch, 10. Juni 2009

Es geht wieder los

Der Ölpreis hat kräftig angezogen. Der DAX ist über 5.000 Punkten, der ATX hat den 2000er schon lange hinter sich gelassen. Die Botschaft ist klar, es geht wieder los! Was bisher an Regulierungen passiert ist, scheint herzliche wenig zu sein.

Viele haben sich an die Krise gewöhnt, wie man sich früher eben an den Boom gewöhnte. Die Flexibilität des Menschen ist beachtlich – (das macht ihn ja erst zum Menschen). Daneben eine Unmenge an schlechten Nachrichten.

Ein Konsumriese geht in die Knie, Porsche bettelt in der Wüste – und noch immer gehen Arbeitsplätze verloren. Tag für Tag, Woche für Woche das Drama im Kleinen, das niemanden interessiert.

Ein Kommentator in der FTD schrieb kürzlich, die Krise sei noch nicht groß genug gewesen, deshalb waren und sind die Reformen halbherzig bis inexistent, deshalb kann es jetzt wieder los gehen. Ich schließe mich diesem Warnruf vorbehaltlos an.

Mittwoch, 20. Mai 2009

Die Börse rennt wieder...

Die FTD schreibt heute in euphorischer Tonlage, dass acht Monate nach der Lehman-Pleite als ein Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise die Zuversicht an den Märkten zurückkehre. Bei Investoren sitze das Geld wieder lockerer. Börsenkurse stiegen, Risikoprämien sinken – und die „Lust am Risiko“ sei wieder da.

In der Tat gehen die Börsen gerade ab wie Schmitts Katze. Der DAX ruckelt an der 5000er Marke, der BUX hat die 14.000er Marke locker genommen, der Forint zeigt seine Muckis. Tja, und unsereiner sitzt vor der Glotze und kennt sich nicht aus.

Denn die Makrodaten sagen etwas anderes. Die Arbeitslosigkeit steigt weiter an, die Beschäftigungsrate in Deutschland sackt unter 40 Mio. – von Ungarn, meinem anderen Indikator – ganz zu schweigen. An der schönen blauen Donau ist nur noch Chaos angesagt.

Vergessen wirs nicht: Die Börse handelt mit der Zukunft. Heute sind viele Händler gut drauf. Aber das kann sich sehr schnell ändern.

Mittwoch, 13. Mai 2009

Österreicher konsumieren anders!

Die herrschende Finanz- und Wirtschaftskrise nimmt erheblichen Einfluss auf Ernährung und Alltagsgewohnheiten in Österreich. Zumindest zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage, die die Allianz gemeinsam mit der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) durchführen ließ.

Finanzkrise lässt uns gesünder leben

Demnach schränkt sich mehr als ein Drittel der Bevölkerung bei Lokalbesuchen ein; auch bei Fast Food, Alkohol und Zigaretten wird gespart. Gleiches gilt für den Bereich Mobilität: Jeder dritte Autofahrer will angesichts der Krise öfter zu Fuß gehen oder auf die „Öffis“ umsteigen.

Ohne zynisch sein zu wollen: das ist doch eine positive Entwicklung!

Aktien schützen nicht vor Inflation!

Dass Immobilien nicht zwangsläufig vor Inflation schützen, konnten Sie erst kürzlich in diesem Blog lesen. Leider verhält es sich auch mit Aktien nicht anders, wie die FTD in einem sehr wichtigen Artikel heute schreibt:

"Eine Investition in Aktien soll vor Inflation schützen. Doch ein Blick auf 110 Jahre Börsengeschichte zeigt: Das Gegenteil ist der Fall. Wer so agiert, ist vor Teuerungswellen nicht geschützt.
(...)

Doch in der Praxis waren Aktien in den vergangenen Jahrzehnten allenfalls bei sehr langen Betrachtungszeiträumen und im Umfeld einer Währungsreform wie in Deutschland 1923 und 1948 ein wirksamer Schutz vor Inflation. "Die Aussage, Aktien bieten einen Inflationsschutz, ist ein theoretisches Argument", sagt Frank Bulthaupt, Professor an der Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe in Bonn. In der Praxis ist eine hohe Inflation seit Jahren Gift für die Aktienmärkte. Sie sorgt real, also nach Abzug der Geldentwertung, meist für Kursverluste, selbst wenn die Wirtschaft wächst.

(...)

Ein Argument gegen Aktien als Inflationsschutz hat zudem der Fiskus in diesem Jahr mit der Abgeltungsteuer erfunden. Denn die greift beim Verkauf von neu angeschafften Papieren mit 25 Prozent auf alle nominalen Kursgewinne. Wie hoch der reale Gewinn war, interessiert den Fiskus nicht. Verdient ein Anleger etwa über 20 Jahre vier Prozentpunkte pro Jahr, weil Aktien im Schnitt um neun Prozent zulegen und die Teuerung fünf Prozent pro Jahr auffrisst, schrumpft seine wahre reale Rendite nach Steuern auf magere 1,3 Prozent pro Jahr. Ein überzeugender Inflationsschutz sieht anders aus."

Quelle: http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/marktberichte/:Inflationsschutz-Vom-trügerischen-Schein-der-Sachwerte/512676.html

Tja, Aktien (= Sachwerte) sind also nur was für ganz lange Zeiträume (Voraussetzung: es gibt keinen Krieg und keine Kommunisten...).