Es gibt zwei Investmentprofis, denen man zuhört, wenn sie was zu sagen haben. George Soros und Warren Buffet.
Heute konnte man in der Deutschen Presse am selben Tag zwei unterschiedliche Einschätzungen lesen. Soros zufolge haben wir das Schlimmste überstanden; Buffet hingegen meinte, die steigenden Kurse seien unverständlich, da sie sich nicht von den Zahlen in den Unternehmen ableiten ließen.
Meiner Einschätzung nach liegt Buffet richtig – wir haben das Ende dieser Finanzkrise noch lange nicht erreicht. Wo die Kurse in einem Jahr stehen werden, das weiß ich freilich nicht (dann säße ich auch nicht in meinem Büro in Eisenstadt...).
Aber allein die Tatsache, dass die Nachfrage nach Industriegütern noch immer zurück geht und dass Mitarbeiter noch immer entlassen werden, spricht für Buffet. Sicher, jetzt erfahren wir eine Verschnaufpause; aber in dieser Pause verschlimmert sich die finanzielle Situation für viele Menschen.
Und das wird Folgen haben.
Montag, 11. Mai 2009
Hauptsache Panik!
Sie wundern sich, warum Sie noch nicht an der Schweingrippe gestorben sind?
Ein wirklich aufschlussreiches Interview über die Medienmechanismen lesen Sie hier:
"Alle starren auf den Tod"
Mehr Drama! So lautet das Motto, wenn Medien über die Schweinegrippe oder Finanzkrise berichten. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview erklärt der Forscher Hans Mathias Kepplinger, wie Panikmache abläuft, wer davon profitiert - und warum auch TV-Wetterfrösche nur noch Quatsch quaken.
SPIEGEL ONLINE: Es scheint, als breche die große Schweinegrippe-Seuche vorerst doch nicht aus - obwohl die Berichterstattung bisweilen den gegenteiligen Eindruck erweckte. Stichwort Panikmache: Haben Sie sich über die Medien in den letzten Tagen geärgert?
Kepplinger: Allerdings. Besonders das Fernsehen hat auf eine Weise berichtet, die ich bisher für unmöglich gehalten habe. Eine Ausgabe der "Tagesthemen" ist mir besonders negativ aufgefallen - nur Dramatisierung. Das reichte von der Stimmführung der Sprecher - grabestiefes Tremolo - bis zur Dramaturgie. Der Anteil der Informationen stand in keinem Verhältnis zur emotionalen Intensität. Ich finde diese Bereitschaft, ein Angstszenario aufzubauen, sehr befremdlich. (...)
Quelle: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,622856,00.html
Ein wirklich aufschlussreiches Interview über die Medienmechanismen lesen Sie hier:
"Alle starren auf den Tod"
Mehr Drama! So lautet das Motto, wenn Medien über die Schweinegrippe oder Finanzkrise berichten. Im SPIEGEL-ONLINE-Interview erklärt der Forscher Hans Mathias Kepplinger, wie Panikmache abläuft, wer davon profitiert - und warum auch TV-Wetterfrösche nur noch Quatsch quaken.
SPIEGEL ONLINE: Es scheint, als breche die große Schweinegrippe-Seuche vorerst doch nicht aus - obwohl die Berichterstattung bisweilen den gegenteiligen Eindruck erweckte. Stichwort Panikmache: Haben Sie sich über die Medien in den letzten Tagen geärgert?
Kepplinger: Allerdings. Besonders das Fernsehen hat auf eine Weise berichtet, die ich bisher für unmöglich gehalten habe. Eine Ausgabe der "Tagesthemen" ist mir besonders negativ aufgefallen - nur Dramatisierung. Das reichte von der Stimmführung der Sprecher - grabestiefes Tremolo - bis zur Dramaturgie. Der Anteil der Informationen stand in keinem Verhältnis zur emotionalen Intensität. Ich finde diese Bereitschaft, ein Angstszenario aufzubauen, sehr befremdlich. (...)
Quelle: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,622856,00.html
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Ethik in der Wirtschaft
Montag, 4. Mai 2009
Was ist nun mit der Grippe?
Merkwürdig. Nachdem die drohende Pandemie mit acht Toten
(in Worten: a c h t) in einer Millionenstadt doch nicht so richtig auf Trab kommen möchte, warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einer zweiten Grippewelle, die dann aber wirklich, echt, versprochen und garantiert vielen, vielen Menschen den Garaus machen wird.
Man schüttelt den Kopf. Tamiflu ist ausverkauft (und wird fleißig nachproduziert), die Pharma-Aktien steigen und ansonsten ist alles wie immer.
Die Sonne scheint, der Regen fällt, das Gras wächst. Gelassenheit – wir sollten viel gelassener werden. Und dabei heiter bleiben. Denn sterben müssen wir sowieso und das ist gut so!
(in Worten: a c h t) in einer Millionenstadt doch nicht so richtig auf Trab kommen möchte, warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor einer zweiten Grippewelle, die dann aber wirklich, echt, versprochen und garantiert vielen, vielen Menschen den Garaus machen wird.
Man schüttelt den Kopf. Tamiflu ist ausverkauft (und wird fleißig nachproduziert), die Pharma-Aktien steigen und ansonsten ist alles wie immer.
Die Sonne scheint, der Regen fällt, das Gras wächst. Gelassenheit – wir sollten viel gelassener werden. Und dabei heiter bleiben. Denn sterben müssen wir sowieso und das ist gut so!
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Ethik in der Wirtschaft
Donnerstag, 30. April 2009
Wirtschaftskrise einmal anders
Die Zahlen über den aktuellen Absturz der Realwirtschaft sind zweifelsohne beeindruckend. In Deutschland geht man inzwischen von Minus sechs Prozent aus – es könnte aber noch mehr werden.
Die Folgen sind dramatisch. Nicht nur für die Menschen. Auch für die Natur.
Ohne zynisch sein zu wollen: Für die geplagte Natur ist der Absturz eine Wohltat. Allein über den Brenner sollen in wenigen Wochen 40.000 LKW weniger gefahren sein. Vierzigtausend! Wieviel Diesel, Ruß, Lärm, Staub, Abrieb weniger! Gleiches gilt für alle Bereiche, in denen unsere Industrie Rohstoffe frisst. Und noch etwas kann man schön beobachten: Die Verlogenheit der westlichen Gesellschaften. Wenn es uns gut geht, schreien wir nach Umweltschutz, fordern Verzicht, Nachhaltigkeit, Energiesparen. Und wenn das System tatsächlich auf „Verzicht“ schaltet, machen wir lange Gesichter.
Der „Westen“ muss sich entscheiden, welchen Weg er in Zukunft gehen will. Fressen und dabei Abnehmen – beides geht nicht!
Die Folgen sind dramatisch. Nicht nur für die Menschen. Auch für die Natur.
Ohne zynisch sein zu wollen: Für die geplagte Natur ist der Absturz eine Wohltat. Allein über den Brenner sollen in wenigen Wochen 40.000 LKW weniger gefahren sein. Vierzigtausend! Wieviel Diesel, Ruß, Lärm, Staub, Abrieb weniger! Gleiches gilt für alle Bereiche, in denen unsere Industrie Rohstoffe frisst. Und noch etwas kann man schön beobachten: Die Verlogenheit der westlichen Gesellschaften. Wenn es uns gut geht, schreien wir nach Umweltschutz, fordern Verzicht, Nachhaltigkeit, Energiesparen. Und wenn das System tatsächlich auf „Verzicht“ schaltet, machen wir lange Gesichter.
Der „Westen“ muss sich entscheiden, welchen Weg er in Zukunft gehen will. Fressen und dabei Abnehmen – beides geht nicht!
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Ethik in der Wirtschaft
Mittwoch, 29. April 2009
Schweinegrippe, Medienhype und die nächste Sau
Seit Tagen beherrscht sie alle Zeitungen, das Fernsehen und das Internet: Richtig, die Schweinegrippe!
Zur Finanzkrise nun auch noch eine schlimme Seuche, die sich rasend schnell ausbreitet und in Mexiko bereits über 100 Tote gefordert hat – so und ähnlich lauten die Befürchtungen.
Woher kommt diese seltsame Erregung der Massen? Dass es mit diesem Virus nicht so arg steht, wie zunächst behauptet, hat sich inzwischen erwiesen. Mexiko musste angeblich die Todesursache korrigieren, nun seien es kaum sieben Personen, die aufgrund der Schweinegrippe gestorben sind. Vermutlich sterben pro Stunde mehr Menschen im mexikanischen Drogenkrieg, aber das kennen wir ja, das bringt keine Schlagzeile, das jagt die Aktienkurse der Pharmas nicht in den Himmel, und, und, und.
Wie immer in solchen Fällen sollte man nichts überstürzen. Wer sich jetzt mit Tamiflu eindeckt, Konservendosen kauft und einen ABC-Schutzanzug, der kurbelt zwar die Wirtschaft an, aber gleichzeitig stellt er sich ein Zeugnis aus über seine dramatische Manipulierbarkeit durch einen Medienhype.
Welche Sau wird als nächstes durch das „global Village“ getrieben?
Zur Finanzkrise nun auch noch eine schlimme Seuche, die sich rasend schnell ausbreitet und in Mexiko bereits über 100 Tote gefordert hat – so und ähnlich lauten die Befürchtungen.
Woher kommt diese seltsame Erregung der Massen? Dass es mit diesem Virus nicht so arg steht, wie zunächst behauptet, hat sich inzwischen erwiesen. Mexiko musste angeblich die Todesursache korrigieren, nun seien es kaum sieben Personen, die aufgrund der Schweinegrippe gestorben sind. Vermutlich sterben pro Stunde mehr Menschen im mexikanischen Drogenkrieg, aber das kennen wir ja, das bringt keine Schlagzeile, das jagt die Aktienkurse der Pharmas nicht in den Himmel, und, und, und.
Wie immer in solchen Fällen sollte man nichts überstürzen. Wer sich jetzt mit Tamiflu eindeckt, Konservendosen kauft und einen ABC-Schutzanzug, der kurbelt zwar die Wirtschaft an, aber gleichzeitig stellt er sich ein Zeugnis aus über seine dramatische Manipulierbarkeit durch einen Medienhype.
Welche Sau wird als nächstes durch das „global Village“ getrieben?
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Vermögen: Aktien
Freitag, 17. April 2009
Eine Immobilie schützt nicht vor Inflation
Eine aktuelle Studie, über die die FTD jüngst berichtete, bestätigt endlich, was feine Beobachter schon immer gewusst haben: Der Besitz einer Immobilie schützt nicht automatisch vor Wertverlust; eine Immobilie schlägt nicht automatisch die Geldentwertung.
Der demographische Faktor
Neben der landläufigen Weisheit, wonach nur die „Lage, Lage, Lage“ die Wertentwicklung einer Immobilie entscheidend beeinflusst, kommen weitere wichtige Faktoren hinzu. Der wichtigste ist – wie könnte es anders sein – der demographische Faktor.
Gegenden, aus denen Menschen tendenziell abwandern, entwerten sich. Für Deutschland heißt das, es gibt nur eine einzige Region, die seit über 30 Jahren immer teurere wird: München und sein Umland.
Seien wir ehrlich: Auch das überrascht nicht.
Der demographische Faktor
Neben der landläufigen Weisheit, wonach nur die „Lage, Lage, Lage“ die Wertentwicklung einer Immobilie entscheidend beeinflusst, kommen weitere wichtige Faktoren hinzu. Der wichtigste ist – wie könnte es anders sein – der demographische Faktor.
Gegenden, aus denen Menschen tendenziell abwandern, entwerten sich. Für Deutschland heißt das, es gibt nur eine einzige Region, die seit über 30 Jahren immer teurere wird: München und sein Umland.
Seien wir ehrlich: Auch das überrascht nicht.
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Vermögen: Immobilien
Donnerstag, 16. April 2009
US-Banken verdienen wieder Geld - wirklich?
Die Meldungen überschlagen sich: Nach Fargo und G Sachs verkündet auch JPMorgan einen Milliardengewinn. Man reibt sich verwundert die Augen.
War´s das mit der Finanzkrise?
Leider muss man nicht mal besonders genau hinschauen, um festzustellen, dass diese „Gewinne“ nur aufgrund neuer US-Bilanzregeln möglich sind. Statt hier noch strengere Maßstäbe anzulegen, wurden diese Bilanzregeln so verändert, dass die Geldhäuser ihre Leichen nicht aus dem Keller holen müssen. Die wertlosen Wertpapier (welch herrlicher Widerspruch!) dürfen aus der Bilanz rausgeschönt werden. Das ist so, als wenn sich ein Krebskranker durch die Vernichtung seiner Krankenakte für gesund erklärt.
Die Party geht weiter.
War´s das mit der Finanzkrise?
Leider muss man nicht mal besonders genau hinschauen, um festzustellen, dass diese „Gewinne“ nur aufgrund neuer US-Bilanzregeln möglich sind. Statt hier noch strengere Maßstäbe anzulegen, wurden diese Bilanzregeln so verändert, dass die Geldhäuser ihre Leichen nicht aus dem Keller holen müssen. Die wertlosen Wertpapier (welch herrlicher Widerspruch!) dürfen aus der Bilanz rausgeschönt werden. Das ist so, als wenn sich ein Krebskranker durch die Vernichtung seiner Krankenakte für gesund erklärt.
Die Party geht weiter.
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Banken
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